Sonntag, 21. Januar 2018

Die verkannten Meilensteine

Jeder kennt so die großen Meilensteine in der Entwicklung eines Babys. Das erste Lächeln, Umdrehen, Sitzen, der erste Zahn, das erste Wort. Aber es gibt auch solche Meilensteine, über die kaum berichtet wird. Dabei sind viele davon nicht weniger bedeutend - und teilweise deutlich praktischer. Denn ein herum rollendes Baby ist eigentlich recht unpraktisch. Ein Kind hingegen, dass sich selbst die Nase putzen kann... Ein Traum! Daher hier mal ein kleiner Abriss über die verkannten Meilensteine:

Die erste Kackwurst

Irgendwann mit Einführung der Beikost ist es soweit. Und im Töpfchen oder in der Windel findet sich kein Stillstuhl mehr. Nein. Statt senfgelber Pampe liegt da plötzlich eine richtige, echte, braune Kackwurst!

Klingt erstmal eklig. Ist jetzt auch nichts, was man für die Nachwelt fotografieren oder filmen müsste. Aber immerhin reduziert es doch das Risiko, beim Wickeln mit vollem Karacho angeschissen zu werden, um ein vielfaches (Magen-Darm mal außen vor). Und auch die berüchtigte Kackexplosion, bei der es aus allen Enden aus der Windel gesuppt kommt, ist weniger wahrscheinlich, wenn in selbiger ein vergleichsweise stabiles Würstchen liegt.

Stinkefüße

Für mich war einer der ersten "Oh Goth, mein Baby wird groß!"-Momente der, als die kleinen Rabenfüße zum aller ersten Mal nach Käse gerochen haben.

Kotzen

Babys spucken komplett unkontrolliert in der Gegend herum. Das nervt. Sehr viel besser ist es schon, wenn das Kind einem zumindest klar und deutlich signalisieren kann, dass es jetzt gleich kotzen muss und dann bestenfalls auch noch die vorgehaltene Schüssel trifft. Die Königsdisziplin - und den Meilenstein, auf den ich mich wohl am meisten freue - ist es dann, wenn das Kind irgendwann von selbst zum Eimer greift oder gar zur Toilette rennt, sobald es sich die letzte Mahlzeit nochmal durch den Kopf gehen lassen muss.

Nase und Mund abwischen

Vor allem bei einem so pingeligen Kind wie dem kleinen Raben wird aus jeder Erkältung und jeder Mahlzeit ein endloser Marathon aus Nase oder Mund abwischen. Was für eine Erleichterung ist es da, wenn das Kind irgendwann nicht mehr nur jammernd das Gesicht hin hält, sondern selbst aktiv wird! Gut, wenn es mal wieder den Ärmel statt des Taschentuchs trifft ist das noch ausbaufähig. Aber lieber ziehe ich dem Kind dann halt was frisches an, als zum 300sten Mal die Triefnase abwischen zu müssen.

Freitag, 19. Januar 2018

Geburtsbericht des Morgensterns

Die Geburt des Morgensterns hatte sich schon lange ganz langsam angekündigt. Über viele Tage hinweg hatte ich immer mal wieder Wehen. Die blieben aber unregelmäßig und kamen und gingen so vor sich hin.

Am Abend des 8. Januar dachte ich, jetzt ginge es vielleicht los. Wir hatten abends noch einen Film geschaut und irgendwann konnte ich kaum noch ruhig sitzen bleiben, weil ich immer wieder Wehen bekam. Trotzdem wollte ich erstmal ins Bett und ging dann auch schlafen. Über Nacht jedoch ebbten die Wehen wieder ab und waren am nächsten Morgen weg.

Langsam ging mir die Warterei auf die Nerven. Schließlich ging zu diesem Zeitpunkt mein Schleimpfropf bereits seit 3 Tagen immer wieder stückchenweise ab. Und überhaupt nervte mich diese Unsicherheit, ob es noch Sinn machen würde, etwas für den nächsten Tag zu planen oder nicht...

Wir machten am Morgen alle zusammen einen kleinen Spaziergang. Relativ spät legte ich mich für meinen Mittags- bzw. Nachmittagsschlaf hin.

Als ich gegen 17:00 wieder aufwachte, hatte ich das erste leichte Ziehen im Bauch. Ich wäre gerne noch etwas liegen geblieben, aber das Haselchen musste kochen und der Rabe verlangte nach mir.

Also stand ich auf. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es jetzt langsam losgehen würde. Aber da ich das ja schon vorher gehabt hatte und es sich nicht bewahrheitet hatte, gab ich erstmal nicht so viel darauf.
Ich ging Duschen. Ich wollte mir gerne nochmal die Haare waschen, bevor ich nach der Geburt erstmal nicht wieder dazu kommen würde. Auch im warmen Wasserstrahl und zwischendurch bequem in der Wanne sitzend kamen immer wieder leichte Wehen. Ganz langsam wurden sie stärker. Eigentlich hätte ich gerne ein richtiges Vollbad genommen. Aber das, so dachte ich, könne ich mir ja auch noch für die Wannenprobe aufheben. Wahrscheinlich irgendwann in der Nacht...

Während das Haselchen das Abendessen vorbereitete, tanzte ich mit dem kleinen Raben durchs Wohnzimmer. Langsam, aber sicher, wurden die Wehen deutlicher und deutlicher. Und währenddessen tat es mir am besten, zu tanzen. Mit kreisenden Hüften und Schritten im Takt. Und ich spürte richtig, wie ich dabei jedes Mal mit der Wehe arbeitete, statt sie mir weg zu wünschen.

Eigentlich wollte ich dem Haselchen noch nicht von den Wehen erzählen. Schließlich sollten wir beide besser noch eine Runde schlafen, bevor es später richtig rund gehen würde. Ich ging davon aus, irgendwann so gegen 4 mit starken Wehen aufzuwachen und am nächsten Morgen, vielleicht so gegen 6 oder 7 mein Baby im Arm zu halten.

Aber beim Abendessen konnte ich wegen der Wehen teilweise nicht mehr stillsitzen. Ich musste mich einfach bewegen und ich stand sogar auf, um eine Wehe zu vertanzen. Also wurde auch das Haselchen nun ganz aufgeregt. Das war so gegen 20:30 Uhr.

Ich machte mich zusammen mit dem kleinen Raben bettfertig und wir legten uns alle hin.

Ich hatte immer weiter Wehen, spielte noch ein wenig auf dem Handy und wollte dann langsam schlafen. Plötzlich hatte ich eine Art Knacken irgendwo tief im Bauch. Ich war erst verwundert, dachte dann an die Fruchtblase und realisierte aber auch, dass ich noch immer komplett trocken war. Ich grübelte, was das wohl gewesen sein könnte. Vielleicht irgendwie der Muttermund? Ich entschied mich dazu, mir keine Sorgen zu machen und ging nochmal kurz auf die Toilette. Wieder im Bett drehte ich mich wie immer auf die linke Seite. Es knackte wieder, diesmal zwei Mal. Und in einem großen Schwall ergoss sich Fruchwasser über meine Oberschenkel. Das war um 22:50 Uhr.

Ich war erstmal ein bisschen erstaunt und ein wenig erschrocken. Schnell schlug ich die Bettdecke zur Seite und leuchtete mit dem Handy auf das klatschnasse (aber glücklicherweise wasserdichte) Laken. Alles hell. Also war das Fruchwasser klar und nicht grün. Das war schonmal gut. Ich schrieb dem Haselchen, dass meine Fruchtblase gerade geplatzt war und kletterte vorsichtig aus dem Bett.
Das Haselchen war ganz hibbelig und wollte am liebsten sofort ein Taxi rufen. Ich war die Ruhe selbst. Und wollte mich erstmal trocken legen. Also zog ich die nassen Sachen aus und duschte mich kurz ab. Dabei musste ich schon richtig inne halten, als eine Wehe kam.

Dann rief ich meine Hebamme an. Sie riet mir, mich erst einmal nochmal hinzulegen und mich ein wenig auszuruhen, bis die Wehen spürbar stärker wären. Ich zog ein frisches Schlafshirt an und legte mich im Kinderzimmer auf eine Wickelunterlage ins Bett. Das Haselchen war zu aufgeregt für alles und setzte sich ins Wohnzimmer.
So lag ich da und musste die ersten beiden Wehen vertönen. Beim ersten Mal stürzte das Haselchen sofort ins Zimmer, als glaubte er, jetzt gleich ein Baby auffangen zu müssen. Ich beruhigte ihn und schickte ihn wieder raus. Die Wehenpausen nutzte ich für Tiefenentspannung mit ein wenig autogenem Training. Irgendwann fiel mir ein, dass ich mich bei der Geburt des Raben auf die rechte Seite hatte drehen sollen, damit das Köpfchen richtig ins Becken eintreten konnte. Also drehte ich mich um. Und die nächste Wehe hatte es in sich! Ich musste richtig laut tönen und mich bewegen. Anders hätte ich sie nicht gut aushalten können.

Wieder stürzte das Haselchen ins Zimmer und meinte JETZT sei es wirklich an der Zeit. Ich gab ihm Recht. Jetzt war es wirklich soweit, ins Geburtshaus zu fahren. Ich rief erneut meine Hebamme an. Zu meiner riesen Erleichterung schlug diese dann vor, mich einfach gleich im Auto mitzunehmen. Sie wohnt nämlich nur 3 Häuser die Straße runter. Das war um 00:19 Uhr.

Ich zog mich an und das Haselchen half mir dabei, während ich ziemlich plötzlich ziemlich viele heftige Wehen hatte. Die ich unter dem Summen einer Melodie aus einer der Serien, die der kleine Rabe gerne schaut, vertanzte. Und andere seltsame Akrobatik wie "Laufen wie der Storch im Salatbeet" und "rechtes Bein nach hinten oben schwingen, dazu Oberkörper nach vorne beugen" machte. Es sah bestimmt amüsant aus, fühlte sich aber richtig an.
Die Hebamme kam, hatte den Beifahrersitz schon mit einer Unterlage bedeckt und wir fuhren los. Das Haselchen blieb zu Hause beim kleinen Raben. Auf der knapp 10 minütigen Fahrt hatte ich drei Wehen. Und war sehr froh, als ich nicht mehr stillsitzen musste!

Um 00:29 kamen wir im Geburtshaus an. Meine Hebamme bereitete den Geburtsraum noch ein wenig vor und richtete ein paar Dinge, während ich fleißig meine Wehen vertönte und mich dabei an einem Geländer fest hielt.

Um 00:36 waren wir im eigentlichen Geburtsraum. Zu allererst zog ich meinen Pullover aus. Denn ich schwitzte wie verrückt. Ich hatte tatsächlich total vergessen, wie körperlich anstrengend Wehenarbeit ist. Meine Hebamme fragte mich, ob das, was ich anhatte, mein Geburtsoutfit sei. Ich antwortete "Theoretisch nicht. Aber praktisch wohl ja." Und blieb in meinem alten Schul-Shirt aus dem Jahr 2003. Ich wehte weiter vor mich hin und stützte mich dabei auf den Wickeltisch.

Irgendwann suchte ich eine Position näher zum Boden. Ich hatte ein wenig Bedenken, dass meine Beine nachgeben könnten. Also kniete ich mich auf allen Vieren auf die ausgelegte Matte und verarbeitete dort die Wehen.

Plötzlich und für mich absolut überraschend - ich war davon ausgegangen, dass die Wehen jetzt noch wenigstens ein bis zwei Stunden so weiter gehen würden - spürte ich das erste Bedürfnis, zu pressen. Ich hatte noch nichts davon gesagt, aber meine Hebamme hatte offenbar etwas gemerkt. Sie fragte mich, ob es drückt - was ich bejahte. Also half sie mir aus Hose und Unterhose und schaute sich die lila Linie über meinem Po an - diese ließ ebenfalls erkennen, dass der Muttermund jetzt offen war. Sie rief die zweite Hebamme, die zur Geburt kommen würde, an. Und ich schickte dem Haselchen zwischen zwei Wehen eine Sprachnachricht mit "I think he is coming soon". Das war um 00:48 Uhr.

Ab da ist mein Zeitgefühl und die Reihenfolge, die ich im Kopf habe, etwas verschwommen. Denn schon mit der nächsten Wehen begann ich, zu pressen.
Die Schnipsel, an die ich mich noch erinnere, sind:

- Die Hebamme gab mir ein Kissen zum Aufstützen und ein Kopfkissen, an dem ich mich festklammerte und nicht mehr loslies.

- Ich machte tiefe, irgendwie grunzend-animalische Geräusche, von denen meine Kehle rau wurde.

- Die Hebamme beruhigte mich, dass ich mir keine Gedanken machen soll, falls beim Pressen sonst noch etwas kommt oder ich pullern muss.

- Ich hatte Angst. Vor dem Schmerz der nächsten Wehe und davor, vielleicht doch wieder nicht stark genug zu sein, es vielleicht doch nicht zu schaffen. Ich konnte das allerdings so nicht artikulieren und sagte nur "Ich habe Angst" und auf Rückfrage dann beim Pressen "Davor!"

- Ich fragte die Hebamme "Wie lange noch?" und sie meinte 4 bis 5 Wehen sollten es schon noch werden.

- Wenn das Baby wieder zurück rutschte tat es im unteren Bauch weh. Die Hebamme versuchte, mich anzuleiten, ein Bein aufzustellen, aber das war unbequem. Stattdessen schob ich meinen Po weiter runter und nach zwei weiteren Wehen wurde es besser.

- Ich fluchte immer wieder ein bisschen. Vor allem rief ich immer wieder "Argh, meine Scheide tut weh!"

- Wenn das Baby spürbar zurück rutschte, motzte ich. Unter anderem "Orrrr neihein! Du sollst doch RAUS! Nicht REIN!" und "Maaaaan, falsche Richtung!"

- Ich schwitzte. Die Hebamme tupfte mein Gesicht mit einem feuchten Tuch ab und reichte mir Wasser.

Um 1:20 Uhr schrieb ich dem Haselchen. "He is coming. Nearly there."

Als das Köpfchen stehen blieb und nicht wieder zurück rutschte, war ich zugleich total euphorisch und hatte Angst. Denn meine Scheide tat richtig übel weh. Dann wurde das Köpfchen geboren. Er hatte die Nabelschnur locker um den Hals liegen.
Und noch während wir auf die nächste Wehe warteten, begann der kleine Morgenstern bereits, zu quaken. Er brüllte nicht, sondern er quakte einfach ein wenig unzufrieden vor sich hin.

Dann kam die nächste Wehe und mit ihr das ganze Kind.

Um 1:40 gebar ich den Morgenstern.

Die Hebammen halfen mir aufs Bett und legten mir das Baby erstmal auf den Bauch. Die Nabelschnur war nämlich recht kurz und reichte nicht bis zur Brust. Als sie auspulsiert war und das Baby zu suchen begann, nabelte meine Hebamme ihn ab und legte ihn in meinen Arm an die Brust.
So kuschelten und beruhigen und entspannten wir erst einmal eine ganze Weile. Ohne jeden Stress. Ohne sofortiges Wiegen, Messen, Begutachten, Nähen oder sonstwas.

Um 1:53 schickte ich dem Haselchen das erste Foto des Morgensterns.

Und wir kuschelten einfach weiter.
Irgendwann nach 2:00 Uhr kam die Plazenta. Irgendwann nach 3:00 Uhr nähte die Hebamme meinen Dammriss und machte auch bei der Labienschürfung einen Stich. Und dafür wurde weder helles Licht angemacht, noch musste ich auf einen gynäkologischen Stuhl. Ich konnte weiter ganz geborgen mit dem Morgenstern kuscheln. Eine Hebamme gab meinen noch immer vor Anstrengung zitternden Beinen Halt und die andere versorgte vorsichtig die Geburtsverletzungen, wofür sie eine Stirnlampe trug - und mir jeden Schritt erläuterte.

Dann erst wurde der Morgenstern gewogen, gemessen und ein bisschen sauber gemacht.

3600 gr
52 cm
36 cm Kopfumfang

Und während die Hebammen Papierkram erledigten, Blutproben ins Labor schickten und aufräumten, konnte ich einfach immer weiter mit meinem Baby kuscheln.

Dann halfen die Hebammen mir, einmal auf die Toilette zu gehen (ich sollte unbedingt einmal gepullert haben) und mich anzuziehen. Eine zog auch den Morgenstern an. Die Hebammen packten meine Sachen und meine Hebamme nahm mich wieder mit dem Auto mit nach Hause.
Sie half sogar noch, die Sachen hinein zu tragen, weil der Rabe gerade aus einem Alptraum aufgewacht war und das Haselchen deshalb nicht sofort nach unten kommen konnte.

Um etwa 5:30 Uhr dann waren wir zu Hause.

Das Haselchen hatte Freudentränen in den Augen. Und der Rabe wachte von dem ganzen Tumult auch nochmal auf und wollte die Augen gar nicht mehr schließen, um sein Brüderchen nur weiter anschauen zu können.



Die Geburt des Morgensterns war kein Spaziergang. Es war körperlich unglaublich anstrengend und verdammt schmerzhaft. Aber es war eine wunderbare Geburt. Ich fühlte mich von Anfang bis Ende respektiert, beschützt, sicher und geborgen. Ich konnte mich komplett fallen lassen und blieb dabei komplett selbstbestimmt.

Ich bin verdammt stolz darauf, dass ich diesmal nicht entbunden wurde. Ich habe geboren. Aus eigener Kraft und ganz ohne irgendwelche Hilfsmittel.

Und ich bin verdammt dankbar für meine Hebammen. Ohne das Vertrauen, das ich in sie legen konnte, hätte ich das vielleicht so nicht geschafft. Zu groß, so glaube ich, wäre meine Angst geworden, es nicht schaffen zu können. Das Gefühl, mich in eine feindliche Umgebung zu begeben und mich potentiell vor den Menschen um mich herum schützen zu müssen... Stattdessen gaben mir die Hebammen und die ganze Umgebung die Sicherheit, die ich brauchte, um dieses kleine Wunder zu vollbringen.

Freitag, 12. Januar 2018

Aus baby bat wird Morgenstern

Der kleine Rabe hieß hier ja von Beginn an kleiner Rabe. Weil das die Bedeutung seines Namens ist. Allerdings war er auch schon geboren, als ich den Blog begonnen habe.

Beim baby bat war das ja etwas anders. Das hatte anfangs noch gar keinen Namen und trotzdem wollte ich ihm gerne einen geben. Deshalb wurde es baby bat.

Nun ist der Kleine aber aus dem Bauch heraus gekommen und hat einen eigenen Namen bekommen. Und da auch er unaufhörlich wachsen wird, passt "Baby" ja schon bald nicht mehr.

Deshalb habe ich mich entschieden, das baby bat umzubenennen. Wie schon beim Rabe habe ich mich dabei an der Bedeutung des Namens orientiert.

Nun bedeutet der Name des neuesten Mitglieds unserer Familie so viel wie der Strahlende, der bei Tagesanbruch geborene oder auch der Lichtbringer.

Deshalb wird er, in Anlehnung an das Synonym für einen berühmten Namensbedeutungsvetter, hier von nun an Morgenstern heißen. Also nach dem Gestirn, nicht nach der Waffe. Nur, damit das klar ist. ;)

Oder, in ganz kurz: Aus baby bat wird Morgenstern. Sonst ändert sich nix.

12 von 12 - Januar 2018

12 Bilder vom 12. des Monats. Das ist 12 von 12. Mehr davon gibt es auf dem Kännchen-Blog.

Bei uns heute in der Wochenbett-Edition, 2 Tage nach der Geburt. Aber trotz Milcheinschuss ohne Brüste und ohne Babyfotos. Vor Ablauf von 40 Tagen soll man nämlich außer der nächsten Familie niemandem Fotos vom Baby zeigen. Wegen dem bösen Blick. Russen und ihr Aberglaube... ;)

Müde, aber glücklich 

Da der Kleine etwas gelb ist, soll er so viel als möglich im Licht liegen 

Der Rabe sorgt für Entertainment 

Mittagessen. Mit dabei natürlich der Autotransporter, den das Baby dem Raben aus dem Geburtshaus mitgebracht hat. 

Stillen in bequem 

Bad hair day. Oder auch: Wie man sich ein echtes Vogelnest züchtet. 

Ein Speikind. Hurra! 

Einmal durchlüften

Kleine Stärkung am Nachmittag 

Dreimal dürft ihr raten, wo der Rabe ist 

Wir sind ins Kinderzimmer umgezogen. Der Rabe sorgt weiterhin für die Unterhaltung. 

Zum Abendessen gibt es schnödes Brot. Deshalb ein schönes Bild des Wandtatoos in unserem Esszimmer. 

Freitag, 5. Januar 2018

Tagebuchbloggen Januar 2018

Es ist der 5. des Monats und Frau Brüllen will wieder wissen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Meine Kurzfassung: Auf den Geburtsbeginn warten und dabei vom Mann die Wohnung auf Vordermann bringen lassen.

03:42 Ich wache auf. Die Nachbarn von oben streiten mal wieder lautstark (um diese Uhrzeit?!). Dann redet der Rabe im Schlaf. Außerdem habe ich ein menstruationsartiges Ziehen im Bauch und denke über das bevorstehende Leben mit zwei Kindern nach. Kurzum: Ich kann erstmal nicht mehr einschlafen und treibe mich ein wenig auf Twitter herum.

06:20 Ich habe das Handy weggelegt und schlafe wieder ein.

10:15 Der kleine Rabe wacht mit super Laune auf. Wir gehen zusammen ins Bad und ich mache eine Gesichtsmaske. Im Bauch zieht es noch immer. Ich merke, dass es nicht mehr ewig dauern wird, bis das baby bat sich auf den Weg machen wird. Aber aktuell fühle ich mich so fit und munter, wie schon lange nicht mehr.

11:15 Wir frühstücken, bzw spätstücken. Es gibt Toast.

Dann schmücken wir den Baum ab. Eigentlich ist es ja noch ein klitzekleines Bisschen zu früh. Aber ich will damit durch sein, wenn die Geburt losgeht. Und das Ding nadelt alles voll...

13:54 Nach dem Abschmücken lässt mich das Haselchen nichts mehr anfassen. Er bringt daher den großen Baum alleine zur Sammelstelle und macht hinterher alles sauber. Er beginnt mit dem Staubsaugen. Währenddessen spiele ich mit dem kleinen Raben und räume nebenbei meine Handtasche einmal komplett aus und auf. Zwischendurch werde ich von einzelnen, deutlich spürbaren Wehen unterbrochen.

14:39 Das Haselchen hat keinen Hunger. Ich schmiere dem Raben und mir ein paar Brote und wir essen, bis er sagt, dass es ihm nicht gut geht. Dann kuscheln wir noch ein wenig.

16:04 Da es ihm nach eigener Aussage noch immer nicht besser geht, lege ich mich mit dem Raben hin und erzähle ihm ein Märchen. Er wünscht sich das von der Katzen-Prinzessin und dem Frosch.

16:24 Der Rabe will jetzt wieder spielen. Ich übergebe ans Haselchen und lege mich selbst nochmal zu einem Nickerchen hin.

17:00 Mein Wecker klingelt. Ich bin kurz zuvor von selbst wach geworden.

17:20 Ich räume mit dem Raben sein Zimmer auf, damit das Haselchen hier saugen kann. Dann spiele ich ein wenig auf dem Handy und mit dem Raben.

18:00 Aufgrund von akutem Heißhunger wird ein Asia-Bistro-Beschluss gefasst. Da es dem Haselchen nicht gut geht und ich unbedingt raus will, gehe ich los und fahre mit der Straßenbahn ins Zentrum zu dem besseren Asia-Laden.

18:34 Ich habe bestellt und warte. Dabei habe ich leichte Wehen und denke darüber nach, wie das alles hier schon Vorbereitungen auf die Geburt sind.

18:50 Ich eskaliere noch ganz kurz im Backwerk (oder wie sonst soll man es nennen, wenn man den täglichen Kalorienbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen für sich alleine zum Nachtisch in süßen Teilchen kauft?) und nehme dann die nächste Bahn nach Hause.

Zu Hause angekommen sitzen Mann und Kind kuschelnd auf dem Bett und haben beide Bauchschmerzen. Das Haselchen muss sich übergeben. Dann legt er sich mit dem Raben zusammen hin, während ich alleine zu Abend esse.

Der Rabe geht nochmal aufs Töpfchen und bekommt Videos.

20:48 Ich möchte den Raben ins Bett bringen. Stattdessen hat der jetzt doch Hunger. Also geht es im Schlafanzug nochmal ins Esszimmer. Er isst einige Happen Brot und klaut von meiner Quarktasche.

21:12 Ich traue meinen Ohren kaum, aber der Rabe sagt von sich aus, dass er jetzt gerne ins Bett gehen möchte.

21:30 Der Rabe schläft ein. Ich bleibe noch ein wenig bei ihm liegen, bewundere ihn in seiner unschuldigen Schönheit und lese im liegen ein bisschen auf dem Handy.

22:03 Ich stehe auf, gehe aus dem Schlafzimmer und schaue nach dem Haselchen. Dem geht es richtig mies. Er liegt im Bett, hat kalte Hände und wird jetzt bald schlafen.

Ich esse noch das übrig gebliebene Brot des Raben auf und trinke ein Malzbier. Dann mache ich mich soweit bettfertig.

Anschließend koche ich meinen Sud für ein Heublumendampfbad.

22:43 Ich sitze im warmen Dampf und spiele auf dem Handy.

23:20 Jetzt ist aber wirklich Schluss. Ich räume noch das letzte Chaos, das ich in der Küche hinterlassen habe, auf. Dann putze ich Zähne und gehe ins Bett.

Dienstag, 2. Januar 2018

Die süßesten Angewohnheiten des kleinen Raben

Ich möchte einfach mal so "aus der Reihe" festhalten, was für unglaublich süße Eigenheiten und Angewohnheiten der kleine Rabe so hat:

- Wenn man ihm ein Bonbon oder Ähnliches gibt, rennt er mit dem Papier sofort in die Küche und wirft es in den richtigen Mülleimer. Nimmt man ihm das in irgendeiner Form ab, ist er sauer.

- Wenn er glaubt, dass das Haselchen und ich uns streiten, schreit er einfach ganz laut. Das macht manchmal normale Unterhaltungen zwischen zwei Räumen (= lauter Rufen, damit der andere einen hört) oder Debatten zu politischen und anderen "hitzigen" Themen etwas schwierig...

- Löcher, beispielsweise in Kleidungsstücken, machen ihn total kirre und er kann sie nicht ausstehen.

- Wenn er etwas sucht und man ihn fragt, wo es ist, antwortet er grundsätzlich mit "zu Hause!".

- Alle Autos und sonstigen Spielsachen werden immer mit gefüttert. Die haben inzwischen auch eigene Wünsche und wollen bestimmte Sachen probieren. Sobald die Autos erfolgreich gekostet haben, tut der Rabe es ihnen dann auch nach.

- Er diskutiert manchmal mit den Videos, die er gerade schaut und ruft dann plötzlich "Nein!" oder stellt fest "Die Mascha macht ja gar nix!", wenn gerade so getan wird, als würde jemand kochen.

- Er spricht von sich selbst meist in der 2. oder 3. Person, also als "du" oder er nennt sich selbst beim Namen. Uns spricht er als "ich" (oder halt Mama/Papa) an.

- Er hasst es, in irgendeiner Form dreckig zu sein. Beim Suppe essen wischt er sich nach jedem Löffel den Mund ab. Laufende Nase und Tränen in den Augen müssen wir sofort trocken. Selbiges gilt für schmutzige Finger. Vor allem klebrige.

- Er isst noch immer nicht selbstständig, sondern besteht darauf, gefüttert zu werden. Andernfalls würde er verzweifelt weinen, aber hungrig bleiben.

- Wasser ist sein Element. Wenn er mit Wasser spielen kann, ist er seelig.

- Er braucht ganz viel Hautkontakt.

- Er nimmt alle Spielsachen auseinander - und sei es durch rohr Gewalt. Danach vertraut er fest darauf, dass Mama oder Papa es wieder reparieren können. Mit Kleber oder Klebeband.

Sonntag, 31. Dezember 2017

2017

Das Jahr ist schon zu Ende. Irgendwie ging das diesmal gefühlt viel schneller als sonst...

Die Hauptthemen bei uns waren wohl die (in diesem Moment etwas unerwartete) Schwangerschaft und der Umzug. Vor einem Jahr saßen wir mit den Resten unserer Sachen noch in Shanghai. Dann haben wir einige Wochen bei meinen Eltern gewohnt, bis wir endlich zum April in die Wohnung einziehen konnten. Ab da ging dann alles so richtig schnell. Zum 1. Mai startete ich einen neuen Job, kurz darauf bemerkte ich, dass das baby bat es sich bei uns gemütlich gemacht hatte. Aus dem kleinen Raben, der Anfang des Jahres noch kaum frei stehen konnte und Angst vor Fremden hatte wurde ein 2jähriger Wirbelwind, der herum rennt und lachend davon läuft und wildfremde Frauen zum spielen einladen will. Wir kamen in der neuen Wohnung und so langsam auch im neuen Leben hier an.

Und was noch vor einem Jahr ein wilder und wagemutiger Plan war, stellt sich heute als eine der besten Entscheidungen unseres Lebens heraus. Und das alles ist in diesem Jahr passiert.

Das ging nicht spurlos an uns vorüber. Wir haben dieses Jahr viele Nerven und viel Kraft gebraucht. Es war alles trotz der enormen Hilfe durch meine Familie, ohne die wir das so mit Sicherheit nicht gepackt hätten, alles auch ganz schön anstrengend.

Im kommenden Jahr steht uns mit der Geburt des baby bat wieder einiges an Veränderungen ins Haus. Und ich bin gespannt, wie es wird. Aber jetzt sind wir erstmal angekommen.

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?

Insgesamt würde ich sagen eine solide 7. Es war einfach sehr anstrengend, wenngleich sich die Anstrengungen gelohnt haben.

Zugenommen oder abgenommen
Schwangerschaftsbedingt zu. Allerdings deutlich weniger, als damals beim Raben.

Haare länger oder kürzer
Länger. Sie wachsen und wachsen und wachsen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gute Frage. Ich habe meine Augen schon ewig nicht mehr checken lassen. Aber schwanger macht das ja offenbar auch nicht so viel Sinn... Und im übertragenen Sinn: Gleich geblieben, denke ich. Aktuell müssen wir einfach situationsbedingt etwas kurzfristiger planen, aber auch die lange Sicht habe ich noch mit im Auge.

Mehr Geld oder weniger
Weniger. 3 Monate komplett ohne Einkommen und dann erstmal ein Einstiegsgehalt machen sich deutlich bemerkbar. Ohne meine Eltern wären wir finanziell nicht über die Runden gekommen.

Mehr ausgegeben oder weniger
Mehr. Ein Umzug ist teuer...

Der hirnrissigste Plan?
Ohne Job und Anschluss in eine neue Stadt ziehen? Ist aber aufgegangen. :)

Die gefährlichste Unternehmung?
Da fällt mir höchstens ein: Meinen Arbeitgeber erst sehr spät offiziell über die Schwangerschaft informieren und bis zur Krankschreibung noch alles an Überstunden abreißen, was rechtlich erlaubt ist.

Die teuerste Anschaffung?
Möbel. Alle. Eine komplette Wohnungseinrichtung. Aber eben größtenteils von meinen Eltern bezahlt.

Das leckerste Essen?
Boah, das weiß ich echt nicht.

Das beeindruckenste Buch
Ich habe dieses Jahr keins gelesen.

Der ergreifendste Film? 
Ich habe auch so gut wie keine Filme geschaut. Dafür habe ich gerade eben bei "It" Rotz und Wasser geheult. Wegen Georgie...

Die beste Serie?
American Horror Story - Cult

Die beste CD?
Auch für Musik war kaum Zeit und Raum und Muse dieses Jahr.

Das schönste Konzert?
Ich war auf genau einem: Scary bitches (während des WGT) und es war so gut, wie ich es erhofft hatte. :)

Die meiste Zeit verbracht mit?
Dem Haselchen und dem Raben, arbeiten, twittern

Die schönste Zeit verbracht mit? 
Dem Raben

Vorherrschendes Gefühl 2017? 
Glück

2017 zum ersten Mal getan?  
Aus dem Ausland zurück nach Deutschland umgesiedelt

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Einen deutschen Arbeitsvertrag unterschrieben

Dingeauf die ich gut hätte verzichten mögen
- Stress
- Streit
- Sorgen

Die wichtigste Sachevon der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich die Richtige für den Job bin (hat geklappt).
 
Das schönste Geschenkdas ich jemandem gemacht habe? 
Der Reaktion nach zu urteilen: Die New Rocks für meinen Bruder.

Das schönste Geschenkdas mir jemand gemacht hat?
Die innigen Umarmungen des kleinen Raben.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
- Du hast die Mama ganz doll lieb!
- Mamas Bauch ist die Welt.
 
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe 
- I got the job!
- Ich bin hier, mein Schatz. Ich lasse dich nicht alleine und ich beschütze dich.
  
Besseren Job oder schlechteren?
Erstmal eigentlich schlechteren. Aber gute Aussichten auf einen besseren.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Erkenntnisse über mich selbst.

Mehr bewegt oder weniger?
Insgesamt wohl etwa gleich. In Deutschland kann man schließlich unabhängig von der Luftqualität immer spazieren gehen. Aber dafür fahre ich nicht mehr mit dem Rad zur Arbeit.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Ein oder zwei Erkältungen, glaube ich.

Davon war für Dich die Schlimmste?
Wirklich schlimm war nix davon.

Dein Wort des Jahres?
Schwangerschaft

Dein Unwort des Jahres?
Papierkram

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich würde sagen Nooborn. Zwar ist es dort aktuell aus schönem Grund ziemlich still, aber ich habe dieses Jahr hier viel dazu gelernt und bin immer wieder sehr dankbar für die Denkanstöße und die dabei so vollkommen undogmatische, reflektierte und ruhige Art.

Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
- Dass die Geburt des baby bat so wird, wie ich denke, dass sie wird.
- Dass wir den ganzen Papierkram im Anschluss ohne große Probleme hinbekommen und das Elterngeld etc dann auch gezahlt wird.
- Dass ich die in Aussicht gestellte Beförderung erhalte.

2017 war mit 1 Wort…?
Ankommen